Baulandbericht
Baulandbericht

Der Baulandbericht nach Zeitstufen (Wohnen) analysiert die Entwicklung des Esslinger Wohnungsmarkts und bildet zugleich eine zentrale Grundlage für die zukünftige städtische Baulandpolitik. Der Fokus des Baulandberichts nach Zeitstufen (Wohnen) liegt bewusst auf dem Wohnungsbau, da dieser maßgeblich zur Sicherung einer bedarfsgerechten Wohnraumversorgung beiträgt.

Der Bericht geht insbesondere folgenden Fragen nach:

  • Wie hat sich der Wohnungsmarkt in Esslingen in den vergangenen Jahren entwickelt?
  • Welche strukturellen Herausforderungen bestehen aktuell?
  • Welche Perspektiven ergeben sich für Nachfrage und Angebot, Wohnkosten und Förderung sowie Bestandsentwicklung und Neubau?

Dabei wird deutlich, dass Wohnungspolitik und Baulandentwicklung eng miteinander verknüpft sind und sich in ihren Zielsetzungen ergänzen: Während die Wohnungspolitik vor allem auf Wohnungsvorsorge, soziale Ausgewogenheit und die Sicherung bezahlbaren Wohnraums abzielt, konzentriert sich die Baulandentwicklung auf die Bereitstellung geeigneter Flächen, die Steuerung der Nutzungsdichte sowie die städtebauliche Qualität. Eine kohärente Strategie erfordert daher ein abgestimmtes Vorgehen beider Bereiche.

Esslingen ist als Mittelzentrum in der Region Stuttgart und als Hochschulstandort in besonderem Maße von den Dynamiken eines wachsenden Verdichtungsraums geprägt. Der anhaltende Trend der Reurbanisierung und die hohe Attraktivität urbaner Lagen haben zu einem dauerhaften Nachfrageüberhang auf dem Wohnungsmarkt geführt. Nach der Landesdefinition zählt Esslingen zu den „angespannten Wohnungsmärkten“, was sich in hohen Grundstückspreisen und deutlich gestiegenen Wohnkosten widerspiegelt.

Das Esslinger Stadtgebiet ist aufgrund seiner Lage im Neckartal topgraphisch klar begrenzt. Die Hanglagen steigen steil an und gehen in landschaftlich geschützte Bereiche aus Weinbergen und Streuobstwiesen über. Diese Räume sind nicht nur knapp, sondern besitzen eine hohe ökologische, klimatische und das Landschaftsbild prägende Bedeutung. Eine weitere Inanspruchnahme dieser Flächen ist daher sehr eingeschränkt möglich und sollte kritisch bewertet werden.

Vor diesen Hintergrund kann die wohnbauliche Entwicklung nicht primär über zusätzliche Siedlungserweiterungen erfolgen. Stattdessen ist der vorhandene Siedlungsraum effizient zu nutzen, indem Innenentwicklungspotenziale aktiviert und gleichzeitig städtebauliche Qualitäten gesichert werden. Eine zukunftsfähige Wohnungsmarktstrategie verbindet quantitative Zielsetzungen mit qualitativen Anforderungen und versteht Wohnungsbau als integralen Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

Der Baulandbericht stellt hierfür die statistischen und planerischen Grundlagen bereit. Er analysiert die Bautätigkeit und die Wohnraumversorgung, identifiziert Potenziale für Bestandsentwicklung und Neubau und leitet strategische Überlegungen für eine nachhaltige Siedlungsoptimierung ab.

Das nachfolgende Dashboard präsentiert hierfür die statistischen Grundlagen der Bautätigkeit (Baugenehmigungen, Baufertigstellungen und Bauüberhang), zukünftiger Planungen (Baulandliste nach Zeitstufen (Wohnen)) und möglichen Potenzialen (Potenzialanalyse). Die Daten dienen als Grundlage zur weitergehenden Planung und Entwicklung der Bautätigkeit und Bodenpolitik in Esslingen. Interpretative Berichte und Daten im Open-Data Format sind im Bereich „Download“ verfügbar.

Das Dashboard wird jährlich aktualisiert und dient als Datensammlung für alle Interessierten.

Baugenehmigungen 2015–2024
Baugenehmigungen 2015–2024
Zusammenfassung
Baugenehmigungen

Die Zahl der Baugenehmigungen in Esslingen stagniert seit Q4/2023 auf niedrigem Niveau. Deutlich wird zudem, dass die Zahl der neu genehmigten Wohneinheiten stark von einzelnen Projekten im Geschosswohnungsbau abhängt. Dies zeigt Q2/2025 deutlich: der scheinbare kurzfristige Anstieg der Zahl der neu genehmigten Wohneinheiten geht auf ein einziges Bauprojekt zurück. Hierbau wurden rund 220 neue Wohneinheiten in einem einzigen Bauprojekt genehmigt. Die Detailbetrachtung zeigt jedoch, dass es hierbei zum Großteil um Einzimmerappartments handelt. Diese sind zwar für die Statistik der Baugenehmigungen relevant, tragen jedoch kaum zu einer Entspannung auf dem Wohnungsmarkt bei.

Baufertigstellungen

Achtung: Die Statistik der Baufertigstellungen ist originär eine Jahresstatistik. Bis zur Publikation der finalen Jahresdaten besteht für das vergangene Jahr kein Anspruch auf Vollständigkeit der Angaben

Die Zahl der Baufertigstellungen reduzierte sich in den Jahren 2024 und 2025 nochmals deutlich zu den Vorgängerjahren, blieb jedoch im letzten Jahr relativ stabil. Dies verdeutlicht die aktuelle Baukrise, insbesondere im Geschosswohnungsbau eindrücklich. Obwohl genügend Baugenehmigungen der Vorjahre vorliegen (siehe Bauüberhang) werden diese nur zu einem geringen Teil umgesetzt. Steigende Material- und HandwerkerKosten, unsichere Vermarktungschancen und steigende Bauzinsen bremsen den Bausektor spürbar.

Datenquelle: Baurechtsamt über Statistisches Landesamt Baden‑Württemberg
WE = Wohneinheiten

Die Statistik der Baufertigstellungen ist originär eine Jahresstatistik. Aus diesem Grund sind alle Zahlen bis zur Publikation der finalen Daten (meist Ende Mai) nur vorsichtig und ohne Gewähr zu verstehen.

Baufertigstellungen erfassen alle Bauvorhaben, bei denen die Errichtung oder Veränderung von Wohnraum abgeschlossen wurde und die Wohneinheiten bezugsfertig sind. Maßgeblich ist nicht die Genehmigung, sondern der tatsächliche Abschluss der Bauarbeiten.

Die Statistik unterscheidet:

  • Neue Wohneinheiten: Wohneinheiten, die durch Neubau oder bauliche Maßnahmen im Bestand erstmals entstehen.

  • Wegfall von Wohneinheiten: Wohneinheiten, die durch Umbau, Zusammenlegung oder Abriss dauerhaft entfallen.

  • Baumaßnahmen im Bestand: Fertiggestellte Maßnahmen, die die Wohnungszahl verändern (z.B. Aufstockung, Anbau, Rückbau) oder nicht verändern, aber die Qualität des Bestands verbessern (z.B. Sanierungen).

Besonderheit der Meldung

Die Meldung der Baufertigstellung obliegt dem Bauherrn. Dadurch kann es zu teils deutlichen Zeitverzögerungen zwischen der tatsächlichen Fertigstellung und der statistischen Erfassung kommen.Aus diesem Grund wird die Statistik wird als Berichtsstatistik geführt: Als Fertigstellungszeitpunkt gilt das Datum der Abgabe des Statistikbogens, nicht der tatsächliche Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit.

Damit bilden Baufertigstellungen den realisierten Wohnraumbestand ab, jedoch mit einem potenziellen zeitlichen Nachlauf gegenüber der tatsächlichen Bautätigkeit.

Bauüberhang
Zusammenfassung

Der Bauüberhang in Esslingen hat sich in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet. Während er bis 2021 noch im zweistelligen Bereich lag, steigt er ab 2023 sprunghaft an und erreicht 2025 mit insgesamt775 Wohneinheiten einen neuen Höchststand.681 Wohneiheiten davon sind im Neubau genehmigt aber noch nicht fertiggestellt worden.Interessanterweise verteilt sich ein Großteil dieser genehmigten Wohneinheiten auf nur wenige Einzelprojekte (Tobias-Mayer Quartier, Karstadt Areal, Citizen / Bonava). Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass sich immer mehr genehmigte Projekte im Bauüberhang ansammeln, ohne zeitnah realisiert zu werden.

Auffällig ist dabei: Die Zahl der genehmigten Wohneinheiten im Bauüberhang wäre grundsätzlich ausreichend, um den angespannten Esslinger Wohnungsmarkt spürbar zu entlasten. Die Kapazität ist also vorhanden — zumindest auf dem Papier.

Gleichzeitig wird jedoch im Zusammenspiel mit den Baufertigstellungszahlen sichtbar, dass es zu einem deutlichen zeitlichen Verzug in der Umsetzung kommt. Genehmigte Projekte werden nicht oder nur stark verzögert realisiert. Gründe können u.a. steigende Baukosten, Fachkräftemangel, wirtschaftliche Unsicherheiten oder strategische Zurückhaltung von Investoren sein.

Das Ergebnis: Die Entlastungswirkung bleibt aus, obwohl die genehmigten Wohneinheiten eigentlich vorhanden wären. Der Bauüberhang wird damit zunehmend zum Indikator für strukturelle Verzögerungen im Wohnungsbau und verschärft die ohnehin angespannte Lage auf dem Esslinger Wohnungsmarkt.

Beschreibung Baulandliste nach Zeitstufen

Als Instrument zur Darstellung, Systematisierung und zeitlichen Steuerung der Baulandentwicklung steht dem Stadtplanungsamt die Baulandliste nach Zeitstufen (Wohnen) zur Verfügung. Ziel ist es, die Wohnbauentwicklung so zu strukturieren, dass die angestrebte Zahl der Wohneinheiten pro Jahr perspektivisch erreicht werden kann und gleichzeitig infrastrukturelle und finanzielle Rahmenbedingungen berücksichtigt werden (Baulandbericht 2024). Die Baulandliste nach Zeitstufen (Wohnen) beinhaltet identifizierbare Wohnbaupotenziale und Projekte ab rund 20 Wohneinheiten nach Zeitstufen. Diese bilden ab, wann eine bauliche Entwicklung realistisch möglich ist, und schafft Transparenz über kurz-, mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven. Die Baulandliste nach Zeitstufen (Wohnen) ist damit ein zentrales Instrument der Baulandstrategie.

Folgende Zeitstufen werden unterschieden:

  • Zeitstufe 0 – sofort bebaubare Flächen Flächen der Zeitstufe 0 sind unmittelbar bebaubar. Baurecht ist vorhanden, die Erschließung gesichert und es bestehen keine Nutzungen, die einer kurzfristigen Entwicklung entgegenstehen. Hierzu zählen insbesondere: Baulücken, untergenutzte Grundstücke, Wohnbauprojekte für die ein Satzungsbeschluss des Bebauungsplans vorliegt, Projekte für die eine Baugenehmigung erteilt wurde, aber der Bau noch nicht begonnen hat.

  • Zeitstufe 1 – kurzfristig bebaubare Flächen (ca. 1-3 Jahre) Flächen der Zeitstufe 1 sind kurzfristig entwickelbar, in der Regel innerhalb von ein bis drei Jahren. In vielen Fällen: besteht bereits Planungsrecht oder das Bebauungsplanverhaften steht kurz vor dem Satzungsbeschluss, die Erschließung ist gesichert oder kurzfristig herstellbar, bestehende Vornutzungen müssen gegebenenfalls noch zurückgebaut oder abgerissen werden.

  • Zeitstufe 2 – mittelfristig bebaubare Flächen (ca. 4-8 Jahre) Flächen der Zeitstufe 2 sind mittelfristig entwicklbar. Typischerweise: befinden sich Bebauungsplanverfahren im frühen Stadium, sind äußere Vorleistungen erforderlich (z.B. technische Infrastruktur, Erschließung), können komplexe Grundstücksverhältnisse oder Maßnahmen der Bodenordnung zu zeitlichen Verzögerungen führen.

  • Zeitstufe 3 und 4 (ca. 9-15 Jahre und nachrückende Potenziale) Flächen der Zeitstufen 3 und 4 weisen ein langfristiges Entwicklungspotenzial auf. Eine bauliche Umsetzung ist meist frühestens in neun, häufig erst in zehn bis fünfzehn Jahren realistisch oder es liegen bislang noch keine vertiefenden Planungen vor.

Projektliste Baulandliste nach Zeitstufen (Wohnen)
Stadtplanungsamt Esslingen am Neckar; Stand 30.06.2026
Auswertung potenzieller Wohneinheiten zum 30.06.2026
Projektstatus Zeitstufe 0 Zeitstufe 1 Zeitstufe 2 Summen bis 2030 Zeitstufen
3 + 4
Bemerkungen / relevante Projekte
Projekt im Bau 241 241 0: Neue WestStadt Block A, Karstadt-Areal, Plochinger Straße 48-50
Projekt ist genehmigt (Teil des Bauüberhangs) 438 438 0: Citizen/Bonava (199 Microappartments), Roser-Areal 1.BA
Projekt ist marktreif, Bauantrag kann eingereicht werden 156 156 0: Tobias-Mayer-Quartier BA 1-3, Stuttgarter Straße 50-54, Citizen-Bolay, Greut
im Planverfahren ohne bekannte Hemmnisse 150 20 170 1: Quartier Weilstraße; 2: Zollbergstraße 55
in städtebaulicher Vorbereitung 157 1.028 1.185 420 0: Alte Schiffahrt 15, Breslauer Straße 83-99 (Flüwo), Roser-Areal 2.BA (MER), Jusiweg (BGE) 2: Klosterallee, HS-Areal Flandernstraße, Betreutes Wohnen Zell (SPE), Zollberg-Ost (EWB, BGE, Flüwo, WTS) 3: Bahnhof OE (ca. 100 Microappartments), Areal Indexstraße, Roser-Areal 3.BA
2.190
es liegen Entwicklungshemmnise vor 61 1: Traifelbergstraße, TV Hegensberg
Projekt ruht seitens des Vorhabenträgers 295 130 302 727 20 0: Tobias-Mayer-Quartier BA 4-8 (EWB), Pfaffenackerstraße (BGE), List-Areal (Metzgerbau), Landhausstraße (EWB) ; 1: Obertürkheimer Str.1, Schlachhausstraße; 2: Stadtwerke-Areal, Rennstraße, Nürk-Areal; 3: Hindenburgstr. 50 4: Ortseingang Mettingen
es liegt keine Planung vor (Flächenpotenzial) 200 3: Hahn-Areal, Robert-Koch-Str.1; 4: Areal Plochingerstraße
Gesamt 1.287 341 1.350 640
2.978
3.178
Karte Wohnbauliste
Stadtplanungsamt Esslingen am Neckar; Stand 30.06.2026
Beschreibung Potenzialanalyse

Zur systematischen Ermittlung langfristig verfügbarer Innenentwicklungspotenziale wurde das Büro bechtholdkrass space & options aus Karlsruhe zur Erstellung einer Potenzialanalyse zur Innenentwicklung im Jahr 2024 beauftragt. Die Studie untersucht, in welchem Umfang Wohnungsbau im Innenbereich durch bauliche Ergänzungen mittels Anbau, Aufstockung und Dachausbau, über die Neuordnung bzw. Umstrukturierung von Quartieren bis hin zur Aktivierung bislang untergenutzter Flächen durch neues bzw. angepasstes Planungsrecht ermöglicht werden kann.

Das gesamte Stadtgebiet wurde systematisch auf neue, bisher nicht erfasste Baupotenziale untersucht, um auch langfristig denkbare Potenziale in den Fokus zu nehmen. Die Studie folgt dem Leitbild der dreifachen Innenentwicklung und legt den Schwerpunkt auf potenzielle Wohnbauflächen innerhalb des bebauten Siedlungsbereichs, bei gleichzeitigem Erhalt wichtiger Grünstrukturen sowie unter Berücksichtigung der verkehrlichen, technischen und sozialen Infrastruktur.

Die Ergebnisse stellen zunächst rechnerische Potenziale dar. Daher ist im Weiteren eine planerische Auseinandersetzung mit den Potenzialen erforderlich, um die Realisierbarkeit und zeitliche Einordnung aufzuzeigen. Die Zahl der ermittelten Potenziale (Grundstücke, mögliche Wohneinheiten) wirkt auf den ersten Blick umfangreich, relativiert sich jedoch bei Betrachtung der tatsächlichen Umsetzbarkeit.

Potenziale der Potenzialanalyse (Wohnen)
Stadtplanungsamt Esslingen am Neckar; Stand 30.06.2026
Auswertung möglicher Wohneinheiten nach Potenzialtypen
Potenzialtyp Wohneinheiten Stand 03/2026 Wohneinheiten Stand 07/2026 Potenziale abzüglich Baulandliste Wohnen Städtisches Eigentum Eigentum Wohnbau- Unternehmen Potenziale
>20 WE
Baulücken 590 574 554 62 3 0
Brachflächen 318 274 40 170 18 0
untergenutzte Wohnbauflächen 1.050 1.046 971 7 84 52
untergenutzte Flächen 5.571 556 376 64 2 3
Aufstockungen 1.276 1.276 1.097 9 350 20
Dachausbau 283 283 223 3 154 0
Wohnhochhaus 44 44 44 3 20 0
Siedlungsverdichtung 1.091 1.091 828 352 336 215
Nutzungsanreicherung 757 757 339 169 31 62
Umstrukturierung 1.167 1.167 183 676 0 183
gesamt 7.147 7.068 4.655 1.515 998 535
Potenzialanalyse zur Innenentwicklung 2026; Stadtplanungsamt Esslingen am Neckar

Die dargestellten Potenzialflächen sind keine beschlossenen Bauvorhaben. Sie zeigen ausschließlich Bereiche, die aus fachlicher Sicht grundsätzlich Entwicklungsmöglichkeiten bieten könnten. Ob dort tatsächlich gebaut werden kann, wird jeweils im Einzelfall geprüft.

Baufertigstellungen

Gebäude oder Wohnungen, deren Bau im Kalenderjahr abgeschlossen wurde und die bezugsfertig sind. Baufertigstellungen bilden die tatsächlich realisierte Bautätigkeit ab und beeinflussen den Wohnungs- und Gebäudebestand unmittelbar. Im Dashboard wird – entsprechend der amtlichen Statistik – jeweils das Berichtsjahr ausgewertet.

Quelle Definition: Statistik der Baufertigstellungen, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Baugenehmigungen

Von der zuständigen Baurechtsbehörde erteilte Genehmigungen für die Errichtung, den Umbau oder die Erweiterung von Gebäuden und Wohnungen. Baugenehmigungen zeigen die geplante Bautätigkeit und sind ein Frühindikator für zukünftige Baufertigstellungen. Im Dashboard wird – wie in der amtlichen Statistik – jeweils das Berichtsjahr ausgewertet.

Quelle Definition: Statistik der Baugenehmigungen, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Baulandentwicklung

Der Begriff Baulandentwicklung bezeichnet die planvolle Schaffung, Nutzung und Umgestaltung von Flächen für den Siedlungs- und Wohnungsbau. Sie umfasst alle städtebaulichen, rechtlichen, sozialen und infrastrukturellen Maßnahmen, die erforderlich sind, damit Bauflächen zur Verfügung stehen und qualitativ hochwertige, funktionierende Quartiere entstehen.

Quelle Definition: Meyer, J. (2012). Städtebau. Ein Grundkurs (1. Aufl.). Vieweg+Teubner.
Kategorie: Stadtplanung

Baulandentwicklung

Der Begriff Baulandentwicklung bezeichnet die planvolle Schaffung, Nutzung und Umgestaltung von Flächen für den Siedlungs- und Wohnungsbau. Sie umfasst alle städtebaulichen, rechtlichen, sozialen und infrastrukturellen Maßnahmen, die erforderlich sind, damit Bauflächen zur Verfügung stehen und qualitativ hochwertige, funktionierende Quartiere entstehen.

Quelle Definition: Meyer, J. (2012). Städtebau. Ein Grundkurs (1. Aufl.). Vieweg+Teubner.
Kategorie: Städtebau

Bauüberhang

Differenz zwischen erteilten Baugenehmigungen und tatsächlichen Baufertigstellungen. Der Bauüberhang zeigt, wie viele genehmigte Bauvorhaben noch nicht realisiert wurden und gibt Hinweise auf die Auslastung der Bauwirtschaft sowie mögliche Verzögerungen im Bauprozess.

Quelle Definition: Statistik des Bauüberhangs, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Bestandsanalyse

Die Bestandsanalyse wertet die Daten und die Inhalte vorhandener Fachgutachten für die relevanten städtebaulichen Themen gebietsbezogen aus. Die Ergebnisse der Bestandsanalyse werden in einem Stärken-Schwächen-Profil (SWOT-Analyse) zusammengefasst, die zentralen Problemlagen und Herausforderungen dargestellt sowie die daraus resultierenden gebietsbezogenen Handlungsbedarfe abgeleitet.

Quelle Definition: BMWSB (2023). Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte in der Städtebauförderung, Eine Arbeitshilfe für Kommunen. Berlin. Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Kategorie: ISEK

Bestandsergänzung

Unter Bau als Bestandsergänzung wird jegliche Bautätigkeit verstanden, die zum bestehenden Baubestand Wohneinheiten hinzufügt, durch z.B. Anbauten oder Aufstockung, oder Wohneinheiten reduziert, z.B. durch Zusammenlegungen.

Quelle Definition: Statistik der Bautätigkeit, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Bestandserhalt

Unter Bau als Bestandserhalt wird jegliche Bautätigkeit im Bestand verstanden, die die Gesamtzahl der Wohneinheiten nicht verändert.

Quelle Definition: Statistik der Bautätigkeit, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Bodenwertabschöpfung

Bodenwertabschöpfung bezeichnet die Erhebung von Abgaben oder Beiträgen durch die Kommune, wenn durch planerische Maßnahmen (z.B. Bebauungspläne) eine Wertsteigerung von Grundstücken eintritt. Ziel ist es, einen Teil dieser Wertsteigerung für die Allgemeinheit abzuschöpfen, um Infrastrukturkosten oder soziale Ausgleichsmaßnahmen zu finanzieren. Rechtsgrundlagen sind u.a. § 11 BauGB (Erschließungsbeiträge) und § 12 BauGB (städtebauliche Verträge).

Quelle Definition: BauGB
Kategorie: Baulandentwicklung

Bruttowohndichte

Der Begriff Bruttowohndichte meint das Verhältnis zwischen der Anzahl der Wohneinheiten (WE) oder Einwohner (EW) und der Gesamtfläche eines Baugebietes inklusive Straßen und Grünflächen in Hektar (ha). Meist wird es in WE/ha oder EW/ha angegeben.

Quelle Definition: BauGB
Kategorie: Stadtplanung

Expertengespräch

Expertengespräche sind strukturierte oder halbstrukturierte Gespräche mit Personen, die über besondere Fachkenntnisse oder Erfahrungen in einem für die Planung relevanten Bereich verfügen. Diese Gespräche werden meist im Rahmen von Analysen, Konzeptentwicklungen oder bei der Vorbereitung von Entscheidungen geführt.

Quelle Definition: Hans Heinrich Blotevogel, T. D. (2018). Handwörterbuch der Stadt- und Raumentwicklung. Hannover. ARL.
Kategorie: ISEK

Gentrifizierung

Gentrifizierung bezeichnet den Prozess, bei dem innerstädtische Wohngebiete durch den Zuzug einkommensstärkerer Bevölkerungsgruppen aufgewertet werden, was häufig zur Verdrängung der ursprünglichen Bevölkerung führt.

Quelle Definition: Glass, R. 1964. Aspects of change, Bd. 3. London. Centre for Urban Studies.
Kategorie: Soziologie

Geschosswohnungsbau

Bau von Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten. Der Geschosswohnungsbau prägt städtische Wohnquartiere und ermöglicht eine flächeneffiziente Bereitstellung von Wohnraum.

Quelle Definition: Statistik der Bautätigkeit, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Governance

Der Begriff Governance wird für zeitgemäße Formen des gesellschaftlichen Aushandelns und Entscheidens genutzt. Er weist darauf hin, dass das hoheitliche Steuern und Regieren des Staates nur eine mögliche Form der Entscheidungsfindung sind. In der Realität der Städte finden davor, daneben und dahinter vielfältige weitere Verhandlungen statt.

Quelle Definition: BBSR (2022). Handlungsempfehlungen für die Umsetzung integrierter Stadtentwicklungskonzepte, Eine Arbeitshilfe für Kommunen. Berlin. Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung.
Kategorie: ISEK

Handlungsfelder

Handlungsfelder sind thematische Kategorien, in denen städtische Herausforderungen und Entwicklungsziele gebündelt werden.

Quelle Definition: BMWSB (2023). Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte in der Städtebauförderung, Eine Arbeitshilfe für Kommunen. Berlin. Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Kategorie: ISEK

Individualwohnungsbau

Bau von Wohngebäuden mit ein bis zwei Wohneinheiten. Dazu zählen insbesondere Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser. Der Individualwohnungsbau ist typisch für eher kleinteilige, wohnungsnahe Siedlungsstrukturen.

Quelle Definition: Statistik der Bautätigkeit, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Lenkungskreis

Der Begriff Lenkungskreis stammt aus dem Projektmanagement und der organisationsbezogenen Steuerung komplexer Vorhaben, insbesondere in der Wirtschaft und Verwaltung. Mit der zunehmenden Bedeutung von integrierten Stadtentwicklungskonzepten (ISEK), querschnittsorientierter Planung und Städtebauförderprogrammen wurde der Lenkungskreis als geeignete Form der verwaltungsinternen und strategischen Steuerung adaptiert.

Quelle Definition: BBSR (2022). Handlungsempfehlungen für die Umsetzung integrierter Stadtentwicklungskonzepte, Eine Arbeitshilfe für Kommunen. Berlin. Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung.
Kategorie: ISEK

Mittelzentrum

Ein Mittelzentrum ist ein zentraler Ort im System der Raumordnung, der die Bevölkerung der eigenen Stadt sowie des Umlands mit Einrichtungen des gehobenen Bedarfs versorgt (z. B. weiterführende Schulen, Krankenhaus, spezialisierter Einzelhandel). Die genauen Aufgaben sind im Landesentwicklungsplan und Regionalplan definiert. Zudem sind zentrale Orte auch Schwerpunkte regionaler Siedlungsentwicklung und des Wohnungsbaus.

Quelle Definition: Spektrum Akademischer Verlag (o.J.). Mittelzentrum. In Spektrum Lexikon der Geographie. https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/mittelzentrum/5167
Kategorie: Raumordnung

Neubau

Als Neubau wird die Errichtung eines neuen Gebäudes (mit Wohneinheiten) bezeichnet, auf dessen Grundstück zuvor noch kein Wohngebäude gestanden hatte. In der Regel ist zuvor dort Brachland, eine Baulücke oder es wurde ein Gebäude der Klassen 1–3 abgerissen. (Dieser Abriss ist nach LBO verfahrens- und anzeigefrei.)

Quelle Definition: Statistik der Bautätigkeit, Baurechtsamt; Aufbereitung durch Kommunalstatistik Esslingen
Kategorie: Statistik

Persona

Eine Persona ist eine fiktive, aber realistisch dargestellte Person, die stellvertretend für eine bestimmte Zielgruppe steht. Sie wird in der Entwicklungsplanung und in Kommunikationsrunden eingesetzt, um Entscheidungen von bestimmten Nutzer:innen nachzuvollziehen oder empathisch Entscheidungen zu treffen.Verwendung findet dieser Begriff u.a. in der Stadtentwicklung, Entwicklungsplanung, Bürgerbeteiligung oder ISEK.

Quelle Definition: Cooper, A. (1999). The inmates are running the asylum. Indianapolis. Sams Publishing.
Kategorie: ISEK

SWOT-Analyse

Eine SWOT-Analyse ist ein Instrument zur systematischen Bewertung eines Gebiets oder Projekts. Die Abkürzung steht für: Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen), Threats (Risiken). Die SWOT-Analyse dient in der Planung dazu, die räumlichen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen eines Gebietes strukturiert zu erfassen und zu bewerten. Ziel ist es, eine fundierte Grundlage für strategische Planungsentscheidungen zu schaffen.Verwendung finden SWOT Analysen u.a. in der Stadtentwicklung, Projektmanagement, strategische Planung oder im Rahmen eines ISEK.

Quelle Definition: Gabler Wirtschaftslexikon, Springer Gabler, 2008, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/
Kategorie: ISEK

Suburbanisierung

Suburbanisierung bezeichnet die Abwanderung von Bevölkerung und teilweise auch Arbeitsplätzen aus der Kernstadt in das Umland.

Quelle Definition: Friedrichs, Jürgen (1983). Stadtanalyse. Soziale und räumliche Organisation der Gesellschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Kategorie: Stadtentwicklung

marktaktiver Leerstand

Als marktaktiver Leerstand gelten bewohnbare Häuser oder Wohnungen, die sofort oder innerhalb von 3 bis 6 Monaten vermietet oder verkauft werden könnten und baulich nutzbar sind.

Quelle Definition: BBSR (1999). Wohnungsmarktbeobachtung. Systeme – Indikatoren – Ergebnisse. IzR, Berlin.
Kategorie: Immobilienwirtschaft

soziale Infrastruktur

Die öffentliche Hand ist im Rahmen der Daseinsvorsorge verpflichtet, bestimmte Infrastrukturen vorzuhalten. Dazu gehören auch sogenannte „Wohnfolgeeinrichtungen“ wie Kindergärten und Schulen und andere Einrichtungen des Gemeinbedarfs.

Quelle Definition: BBSR (2020). Anpassung städtischer Infrastrukturen im Stadtumbau unter Wachstums- und Schrumpfungsbedingungen. BBSR-Online-Publikation 03/2020.
Kategorie: Stadtentwicklung